Produktkennzeichnung im Handel entwickelt sich rasant weiter – und der 2D-Code spielt künftig eine noch wichtigere Rolle. Mit dem darin verschlüsselten GS1 Digital Link wird er zum dynamischen Barcode: einem intelligenten Datenträger, der physische Produkte mit digitalen Informationen und Services verbindet.
Ein historischer Moment im Einzelhandel: Der erste Barcode-Scan weltweit erfolgte im Juni 1974 auf einem Wrigley’s-Kaugummi in Ohio, USA.
Doch die Anforderungen an Produkte und Daten haben sich verändert. Digitalisierung, neue regulatorische Vorgaben und steigende Erwartungen von Verbraucher:innen sorgen dafür, dass reine Produktidentifikation heute oft nicht mehr ausreicht. Gefragt sind mehr Transparenz, mehr Informationen und mehr Flexibilität entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Der 2D-Code, wie zum Beispiel ein QR-Code, markiert deshalb den nächsten Entwicklungsschritt der Produktkennzeichnung. Mit dem im Code verschlüsselten GS1 Digital Link wird er zum dynamischen Barcode: einem intelligenten Datenträger, der physische Produkte mit digitalen Informationen und Services verbindet und die Dynamik aufgreift, die moderne Geschäftsprozesse heute brauchen.
Die Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten von 2D-Codes gehen weit über den klassischen Scan an der Kasse hinaus. Sie eröffnen neue Potenziale entlang der gesamten Customer Journey sowie innerhalb von Handels- und Logistikprozessen.
2D-Code: Einer für alles
Mehr Daten, mehr Transparenz, mehr Anforderungen
Produkte müssen heute weit mehr leisten als noch vor einigen Jahren. Verbraucher:innen möchten Informationen zu Herkunft, Inhaltsstoffen, Allergenen oder Nachhaltigkeit direkt abrufen können. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen – etwa im Kontext von Rückverfolgbarkeit, Produktsicherheit oder zukünftigen Initiativen wie dem Digitalen Produktpass.
Auch im Handel gewinnen variable Daten zunehmend an Bedeutung: Mindesthaltbarkeitsdaten, Chargennummern oder Seriennummern sollen direkt am Point of Sale verarbeitet werden können, um Prozesse effizienter zu gestalten und Food Waste zu reduzieren.
„Die Anforderungen an Datenverfügbarkeit und Transparenz wachsen entlang der gesamten Lieferkette deutlich“, erklärt Ilka Machemer, Senior Manager Identification + Data Carrier bei GS1 Germany. „Der 2D-Code schafft die Grundlage, Informationen genau dort verfügbar zu machen, wo sie benötigt werden – standardisiert, interoperabel und skalierbar.“
Während der klassische lineare Strichcode vor allem eine GTIN (Global Trade Item Number) transportiert, kann ein 2D-Code deutlich mehr Informationen enthalten – bei gleichzeitig geringerem Platzbedarf. Damit wird aus einem reinen Identifikationscode zunehmend eine digitale Schnittstelle zwischen physischem Produkt und digitalen Informationen.
Wie der Einsatz von 2D-Codes konkret aussehen kann, zeigen dm-drogerie markt und Beiersdorf. Der Einzelhändler testete in einer Pilotphase in ausgewählten dm-Märkten die Verarbeitung von zweidimensionalen Codes, wie zum Beispiel QR-Codes, im Kassiervorgang. Die ersten Erkenntnisse daraus lieferten dm wichtige Voraussetzungen für die Einführung der GS1 Standards. Sobald diese Standards mit den Industriepartnern im Kassiervorgang umgesetzt und verlässlich geprüft sind, schafft dm die Basis für die Entscheidung über einen möglichen nationalen Rollout der Technologie.
„Mit den Tests zur Umstellung unserer Kassensysteme bereiten wir uns frühzeitig auf den Generationenwechsel bei den Barcodes vor. Das gibt uns mehr Flexibilität und ist ein wichtiger Schritt, um zukünftige Anforderungen im Handel abbilden zu können“, so Roman Melche, als dm-Geschäftsführer verantwortlich für dmTECH.
Beiersdorf setzt für erste Produkte der Marke 8×4 bereits QR-Codes mit GS1 Digital Link ein und verbindet so hochwertige Produktdaten mit einem zeitgemäßen Zugang zu Informationen. Kund:innen erhalten per Smartphone direkt markenspezifische Details, während der Code zugleich für den Kassiervorgang nutzbar bleibt.
Das Engagement zeigt exemplarisch, wie Handel und Industrie gemeinsam an der Umsetzung standardisierter 2D-Lösungen arbeiten und welche Potenziale sich daraus für effizientere Prozesse, mehr Transparenz und neue digitale Touchpoints ergeben.
Standards sind jetzt wichtiger denn je
Damit der Datenaustausch entlang globaler Lieferketten funktioniert, braucht es gemeinsame Standards. Denn nur wenn Hersteller, Handel, Logistikdienstleister und Technologieanbieter dieselbe „Sprache“ sprechen, lassen sich Prozesse effizient und interoperabel gestalten. Gerade bei der Einführung neuer Technologien spielt Standardisierung deshalb eine zentrale Rolle von der eindeutigen Identifikation bis hin zur strukturierten Übertragung zusätzlicher Dateninhalte.
„Die Stärke globaler Standards liegt darin, dass sie unternehmens- und länderübergreifend funktionieren“, sagt Mercedes Schulze, Senior Manager Identification + Data Carrier bei GS1 Germany. „Nur so kann die Transformation hin zu 2D-Codes branchenweit effizient umgesetzt werden.“
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