Beim SV Werder Bremen wird es im Sommer Veränderungen auf der Torwartposition geben. Wie die Pläne aussehen und wer als neuer Keeper infrage kommt.
Bremen – Im Sturm fehlt ein echter Torjäger, im Mittelfeld zu oft der Ideenreichtum, während die Verteidigung von nahezu beispiellosem Verletzungspech gebeutelt war. Heißt: Der SV Werder Bremen schleppt in der laufenden Saison unübersehbare Probleme mit sich herum, die fast alle Mannschaftsteile betreffen – fast. Wohltuende Ausnahme: die Torhüterposition. In Stammkraft Mio Backhaus und Backup Karl Hein verfügen die Bremer über gleich zwei Profis, die gehobenes Bundesliga-Niveau nachgewiesen haben, was mit Blick auf die kommende Spielzeit allerdings kein Ruhekissen ist, weil das Gespann im Sommer mit großer Sicherheit gesprengt werden wird. Hinter den Kulissen hat die Suche nach einem neuen Torhüter deshalb längst Konturen angenommen.
Mio Backhaus oder Karl Hein: Wer spielt in der kommenden Saison noch beim SV Werder Bremen?
Die Ausgangslage ist dabei schnell erklärt: Heißt es aktuell noch Backhaus und Hein, wird daraus in den kommenden Wochen mehr und mehr die Frage Backhaus oder Hein werden. Dass beide Keeper ein weiteres Jahr für Werder Bremen spielen, gilt intern als ausgeschlossen. Zwei Szenarien sind denkbar. Nummer eins: Bleibt Mio Backhaus, geht Karl Hein. Estlands Nationaltorhüter braucht dringend Spielpraxis, sprich den Status als Nummer eins. Bietet Werder dem 24-Jährigen das nicht, wird er nach der Ausleihe im Sommer zu Arsenal London zurückkehren und seine Karrierepläne neu sortieren.
Szenario Nummer zwei: Geht Mio Backhaus, bleibt Karl Hein. Werders Stammkeeper spielt eine starke Premierensaison in der Bundesliga, ihm wird allgemein eine große Zukunft prophezeit. Wenig verwunderlich also, dass bereits erste namhafte Interessenten für den 22-Jährigen in der Gerüchteküche auftauchen. Fest steht: Sollte ein lukratives Angebot für Backhaus am Osterdeich eingehen, ist Werder Bremen gesprächsbereit – auch, weil der Club bei Hein über eine Kaufoption verfügt, die die feste Verpflichtung des Esten für rund drei Millionen Euro möglich macht.
Wenn Mio Backhaus oder Karl Hein geht: Werder Bremen fahndet schon nach neuer Nummer zwei
Was beide Szenarien gemeinsam haben: Die Bremer brauchen für die Saison 2026/27 einen neuen zweiten Torhüter, der den Posten zwischen der Stammkraft und Keeper Nummer drei Markus Kolke einnimmt. „Wir schauen uns auf dem kompletten Markt um, auch auf dieser Position, weil wir auf alle Szenarien vorbereitet sein wollen“, sagt Leiter Profifußball Peter Niemeyer gegenüber der DeichStube – und betont: „Aktuell haben wir mit Mio und Karl ein starkes Gespann. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es im Sommer zu Veränderungen kommt, auf die wir dann reagieren müssten.“ Intern werden dabei dem Vernehmen nach zwei Varianten diskutiert: Sowohl ein erfahrener Mann als klassische Backup-Lösung als auch ein jüngerer Keeper mit Zukunftspotenzial, der bei Werder Bremen perspektivisch in die Herausforderer-Rolle hineinwachsen kann, sind denkbar. Eine Spur führt dabei nach Düsseldorf.
Transfer eines neuen Torhüters: Holt Werder Bremen Florian Kastenmeier?
Nach Informationen der DeichStube beschäftigt sich Werder Bremen mit der Personalie Florian Kastenmeier, der aktuell mit der Fortuna gegen den Abstieg aus der 2. Liga kämpft und den Verein im Sommer ablösefrei verlassen kann. Erste Gespräche mit der Spielerseite hat es bereits gegeben, in Richtung eines Abschlusses führten sie bisher nicht. So sollen die Parteien in Sachen Gehaltsvorstellungen weit auseinanderliegen. Mit seinen 28 Jahren und einer sportlichen Vita von bisher 17 Bundesliga- sowie 190 Zweitligaspielen fällt Kastenmeier in die Kategorie „erfahrene Lösung“. Ob die Wahl am Ende auf ihn fällt, ist offen.
Theoretisch denkbar, aber nicht besonders wahrscheinlich ist auf der anderen Seite eine interne Torhüter-Lösung. In U23-Keeper Stefan Smarkalev hat Werder Bremen ein 18-jähriges Torhüter-Talent im eigenen Verein. Der Bulgare spielt gerade sein erstes Jahr im Herrenbereich und soll dem Vernehmen nach auch in der kommenden Saison für die U23 in der Regionalliga das Tor hüten. (dco/mwi)
