Stand: 23.04.2026 • 20:01 Uhr

Im Halbfinale des DFB-Pokals trifft der VfB Stuttgart am Donnerstag auf den SC Freiburg. Das brisante Baden-Württemberg-Duell gibt es im Pokalwettbewerb schon zum sechsten Mal. Die Bilanz spricht klar für einen Verein.

Diese Bilder gehen auch 13 Jahre danach immer noch zu Herzen. Ein hemmungslos weinender 19-jähriger Matthias Ginter auf dem Rasen der Stuttgarter Arena, getröstet von seinem Trainer Christian Streich. Damals, am 14. Januar 2013, als der SC Freiburg im Halbfinale des DFB-Pokals beim VfB Stuttgart knapp mit 1:2 unterlag. Ein paar Meter weiter ganz gegensätzliche Gefühlswallungen: Jubelnde Schwaben mit Coach Bruno Labbadia, die mit ihren über 50.000 Fans den Einzug ins Endspiel feierten.

Freiburgs Matthias Ginter bei der Revanche noch mit dabei

Ob sich Geschichte wiederholt? Am Donnerstag (ab 20:45 Uhr live im Ersten und im Audiostream auf sportschau.de) treffen der VfB Stuttgart und der SC Freiburg zum zweiten Mal in einem Halbfinale des DFB-Pokals aufeinander. Wieder in der Stuttgarter Arena, und wieder mit dem VfB als Sieger? Matthias Ginter, auch mit 32 noch im Trikot des SC Freiburg, will das mit seinen Mitspielern möglichst verhindern: “Berlin ist das Ziel, aber Stuttgart ist eine gute Mannschaft”, sagt Ginter im Gespräch mit SWR Sport, “es wird wieder auf Kleinigkeiten ankommen”. Nationalspieler Ginter ist der einzige aktuelle Spieler des Sport-Clubs, der schon 2013 gegen den VfB auf dem Feld stand. Neben dem damaligen Kapitän Julian Schuster, dem jetzigen Freiburger Trainer.

Bislang ist die Statistik eindeutig auf Seiten der Schwaben, die in den fünf Pokal-Duellen gegen die Badener viermal als Sieger vom Platz gingen. SWR Sport blickt noch einmal zurück auf die spannenden DFB-Pokalgeschichten zwischen dem VfB und dem Sport-Club.

November 1996: Dramatik im Elfmeterschießen

Es war das erste Duell im DFB-Pokal zwischen dem SC Freiburg und dem VfB Stuttgart. Und es war an jenem 13. November 1996 auch das bislang dramatischste: 1:1-Unentschieden hieß es nach 90 und 120 Minuten durch die Treffer von Torjäger Fredi Bobic zum 0:1 und dem Freiburger Ausgleich durch Verteidiger Martin Spanring. Die Entscheidung vor 22.000 Zuschauern im ausverkauften Dreisamstadion musste also im Elfmeterschießen fallen. Und hier hatte Stuttgart mit Trainer Jogi Löw das bessere Ende für sich.

Torhüter Jörg Schmadtke und der Schweizer Alain Sutter verschossen für den Sport-Club. Stuttgart verwandelte viermal, VfB-Torhüter Franz Wohlfahrt wurde sogar zum Pokalhelden an der Dreisam, als er den entscheidenden Elfer für Stuttgart gegen Schmadtke ins Netz setzte. Am Ende hieß es 4:2 für die Schwaben, die in dieser Pokal-Saison sogar ins Endspiel einzogen und im Mai 1997 mit einem 2:0 im Berliner Olympiastadion gegen Energie Cottbus den Pokal gewannen.

Dezember 2000: Der Rumäne Ganea als Matchwinner für den VfB

Auch das zweite Aufeinandertreffen zwischen den Badenern und den Schwaben nahm einen dramatischen Verlauf. Erst nach Verlängerung gewann der VfB das Viertelfinalspiel am 20. Dezember 2000 in der Stuttgarter Arena mit 2:1. Das Siegtor für das Team von Trainer Ralf Rangnick schoss der rumänische Stürmer Viorel Ganea in der 95. Minute.

In der regulären Spielzeit hatte Krassimir Balakov den VfB zunächst in Führung gebracht (29.), der junge Sebastian Kehl für Freiburg nur zwei Minuten später ausgeglichen. Im darauffolgenden Halbfinale schieden die in dieser Saison abstiegsgefährdeten Stuttgarter dann aber zu Hause gegen den späteren Pokalsieger Schalke 04 mit einem deutlichen 0:3 aus.

April 2013: Harnik köpft den VfB ins Endspiel

Erst 13 Jahre später, am 17. April 2013, trafen die beiden Kontrahenten im DFB-Pokal erneut aufeinander. Und wieder gewann der VfB, diesmal im Halbfinale, knapp mit 2:1 vor eigenem Publikum. Verteidiger Arthur Boka hatte Stuttgart nach neun Minuten in Führung geschossen, Jan Rosenthal zum 1:1 ausgeglichen (14.). Noch vor der Pause köpfte Martin Harnik den 2:1-Siegtreffer für den überglücklichen VfB um Trainer Bruno Labbadia, der damit im Finale stand. Im Endspiel in Berlin allerdings unterlagen die Schwaben dem FC Bayern München mit 2:3.

September 2013: Der erste Freiburger Erfolg

Nur wenige Monate später, am 25. September 2013, gab es schon wieder das Duell VfB gegen den Sport-Club. Diesmal in der zweiten Runde in Freiburg, und erstmals gewannen die Breisgauer ein Pokalspiel gegen den großen Rivalen aus der Landeshauptstadt. Der erst 19-jährige Matthias Ginter (52.) und Nationalstürmer Mike Hanke (70. Minute) schossen die Tore für Freiburg. Den Stuttgartern gelang durch Vedad Ibisevic kurz vor Schluss nur noch der Anschlusstreffer. Bereits in der nächsten Runde, im Achtelfinale, schieden die Freiburger allerdings zu Hause mit 1:2 gegen Bayer Leverkusen aus.

Dezember 2020: Kalajdzic mit dem Siegtor für Stuttgart

Im letzten Pokalspiel zwischen Stuttgart und Freiburg entschied ein einziges Tor. Am 23. Dezember 2020 schoss der damalige Goalgetter Sasa Kalajdzic bereits nach 15 Minuten das 1:0-Siegtor für das Team von VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. Wegen der Corona-Beschränkungen fand die Partie in der Stuttgarter Arena vor leeren Rängen statt.

Schöne Bescherung für den VfB: Einen Tag vor Heiligabend hatte sich Stuttgart damit für das Achtelfinale im DFB-Pokal qualifiziert. Christian Streichs Mannschaft dagegen war ausgeschieden. Das Aus des VfB folgte aber auch schon in der nächsten Runde: Im Achtelfinale im Februar 2021 unterlag Stuttgart daheim gegen Mönchengladbach mit 1:2.

April 2026: Revanche für Freiburg und Matthias Ginter?

Am Donnerstag folgt also das sechste Duell im DFB-Pokal zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg, zum zweiten Mal in einem Halbfinale. Und erneut, wie schon vor 13 Jahren, mit Matthias Ginter im Trikot der Breisgauer. Gibt es diesmal die Freiburger Revanche für 2013?

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